Ein Christ, wie es die Schrift uns lehrt, ist verankert in der Gesinnung des Christus.
Phil 2,1-11 Wenn es nun irgendeine Ermunterung in Christus <gibt>, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgendein herzliches <Mitleid> und Erbarmen, 2 so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, 3 nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht <tut>, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; 4 ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen! 5 Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus <war>, 6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. 7 Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, 8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. 9 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, 11 und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Der Textzusammenhang: Ein würdiger Lebenswandel, der dem Evangelium entspricht (1,27–2,18)
- Standhaftigkeit, gemeinsamer Kampf und Furchtlosigkeit trotz Widersacher (1,27–30) [1]
- Ein Aufruf zur Einheit und liebenden Demut (2,1–4)
- Das herausfordernde Vorbild für Demut: Jesus Christus (2,5–11)
- Bringt die Frucht eurer Errettung! (2,12–18)
- Paulus fordert am Ende des ersten Kapitels (die Heiligen samt den Diakonen und Ältesten in Philippi) allesamt dazu auf, dass sie dem Evangelium entsprechend (wie es sich geziemt und angebracht ist), ihr Leben „einrichten“ sollen.
- Sie müssen würdige wandeln (lernen …) (Rö 16,2 → der Heiligen würdig; Eph 4,1; Kol 1,10; 1.Thess 2,12; 3.Joh 6) [2] und in der befestigten Glaubenshaltung (Gesinnung des Herzens) in Christus, zu handeln.
- Das heißt, in → seinem, einigenden Geist gesinnt und verankert (Hbr 6,19) [3]zu sein.
- Diese einmütige Geisteshaltung erinnert uns an die Anfänge der Gemeinde, als die Gläubigen im Alltag in einer gemeinsamen praktischen Gesinnung lebten. (Apg 2,44ff)[4]
- Dort finden wir in Vers 46 das Wort ὁμοθυμαδὸν das wir treffend als eine einheitliche Leidenschaft [5] wiedergeben können.
Hier in Kapitel 2 erbittet sich Paulus eine solch Einmütigkeit in der Gesinnung und Liebe der Herzen aller Philipper. – Natürlich gilt das auch uns!
Phil 2,2 so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid,
einmütig σύμψυχος „zusammen-Seele“
- Zwar kommt dieses spezielle Wort nur einmal im NT vor, dennoch ist die Einmütigkeit eines der zentralen Themen in dem Plan Gottes für die neutestamentliche Gemeinde.
(Eph 4,1-6) [6]
- Nur wenn die Einmütigkeit in der jeweiligen Gemeinde Gottes ein immerzu erstrebtes Ziel ist, dass die Gläubigen in Treue den offenbarten Willen Gottes umsetzen möchten, führt das zu Ergebnissen, wie die Schrift sie uns verheißen hat.
Eph 4,13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi.
einmütig sein τὸ ἓν φρονοῦντες / habt dieselbe Gesinnung τὸ αὐτὸ φρονῆτε
- Hier ist nicht in erster Linie ein verstandesmäßiges Übereinstimmen gemeint, sondern viel mehr eine gesunde (vom Wort Gottes her) geprägte Herzenshaltung. Sprich: sittliche Gesinnung.
erfüllt [7] meine Freude πληρώσατέ μου τὴν χαρὰν
- Kurz gesagt: Das ist noch etwas Platz bis zur Fülle. Paulus fehlt noch einiges bis zur völligen Freude.
Frage: → Wie wird ein Gefäß voll? Antwort: → Ja, da muss man was reinschütten.
In Vers 1 sehen wir, was in diesem „Gefäß“ (in der Gemeinde der Philipper)[8] schon alles drinnen ist, nämlich:
Phil 2,1 Wenn es nun irgendeine Ermunterung in Christus <gibt>, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgendein herzliches <Mitleid> und Erbarmen,
Ermunterung παράκλησις
- Solche Ermunterung in Christus ἐν Χριστῷ (en christo) brauchen wir allezeit. Der Widersacher ist ein uns-alles- verderben-wollender Ungeist. (1.Pt 5,8; Eph 6,10f) [9]
- παράκλησις (paraklesis)selbst hat ein weites Anwendungsfeld.
- Dazu gehören z.B. Ermahnung, Tröstung, Stärkung. Dazu gehört u.a. auch mit viel Zureden zu bitten
→ dies taten die Gemeinden Mazedoniens (2Kor 8,4) [10]
- Jesus verabschiedete sich von seinen Jüngern, hingehend zu seinem Vater, um ihn zu bitten, dass er seinen Jüngern einen Tröster (Beistand) senden wird.(Joh 14,16) [11]
- Die Bezeichnung dieses „Tröster-Beistandes“ lautet im Griechischen παράκλητος.(Joh 14,16.26; 15,26; 16,7; 1.Joh 2,1) [12]
1.Joh 2,1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt — wir haben einen Beistand παράκλητος (parakletos) bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten.
- Die Paraklesis ist im Grunde das Fachwort für Seelsorge.
in Christus ἐν Χριστῷ
- Wenn Paulus ermahnt (Röm 12,1 → παρακαλῶ), dann tut er das immer mit Blick auf:
- Christus oder auf Gott hin,
- auf die Schriftwahrheit (die gesunde Lehre) oder
- weist auf die Barmherzigkeit Gottes hin. (Röm 12,1; 15,30; 2.Kor 10,1; Eph 4,1)[13]
1.Kor 1,10Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung [14] völlig zusammengefügt seiet.
Trost der Liebe παραμύθιον ἀγάπης
- Die Liebe, hier ist es die ἀγάπη (agape)-Liebe, ist die Grundhaltung in der Glaubenspraxis und sozusagen dasMittel zur Tröstung oder Erleichterung des Lebens der Gläubigen untereinander.
- Gerade dann, in plötzlichen unvorhergesehenen Ereignissen oder persönlichen Nöten und überraschenden Prüfungen oder Anfechtungen im Glaubensalltag, erweist sie sich als tragfähig und nachhaltig.
- Der Zuspruch der Liebe ist Balsam für die geplagte Seelen.
- Die aufrichtige und aufrichtende Anteilnahme am Leben der Glaubensgeschwister ist eine stärkende Lebenshilfe (Erbauung) für den „Angeschlagenen“.
- Lieben (wie der Herr es möchte) können wir nur, wenn wir unsere egoistische Herzenshaltung (Wesen/Charakter) von IHM belegen lassen und wir es hinkriegen, dass wir unsere persönlichen Befindlichkeiten durch seinen „Sieb“ laufen lassen.
Kol 3,12-14 Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! 13 Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr! 14 Zu diesem allen aber <zieht> die Liebe <an>, die das Band der Vollkommenheit ist!
- Das „liebt einander“ zu dem Jesus seine Jünger aufforderte (Joh 13,34) [15] greifen auch Paulus, Petrus und Johannes auf. (Rö 13,8; 1.Pt 1,22; 1.Joh 4,7) [16]
- Die Schrift kennt neben der ἀγάπη-Liebe auch die sog. die φιλαδελφία (philadelphia) sprich: die Bruderliebe. (Röm 12,10; 1.Thess 4,9; Hbr 13,1; 1.Pt 1,22; 2.Pt 1,7) [17]
Gemeinschaft des Geistes κοινωνία πνεύματος [18]
- Der eine Geist bindet uns zu einer Christen-Gemeinschaft κοινωνία des Geistes πνεύματος zu einem Leib und praktischen Leben zusammen.
Eph 4,4 Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung!
- Wir sind Berufene (Röm 1,6) [19] in die Gemeinschaft der Heiligen und zum Dienst an ihnen aufgefordert. (1.Kor 1,9; 2.Kor 8,4) [20]
- Dazu sind wir ausgestattet worden.
1.Kor 12,11 Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will.
- Das sind die unterschiedlichen Gaben, die uns gegeben worden sind zum Nutzen (Anwendung und Gebrauch/Vorteil) aller.
1.Kor 12,7 Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen [21] gegeben.
- In der Gemeinschaft haben wir Anteil am anderen Mitchristen.
Kol 1,12 dem Vater danksagend, der euch fähig gemacht hat zum Anteil am Erbe der Heiligen im Licht;
- Wir sind Teilhaber geworden an Christus.
1.Kor 10,16 Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht <die> Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht <die> Gemeinschaft des Leibes des Christus?
- Wir stehen zusammen und finden zueinander und können ohne Misstrauen in einer innigen Beziehung (Gemeinschaft) miteinander leben.
1.Kor 12,13 Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.
- Dieser Geist erzieht uns (Gnade unterweist uns Tit 2,11f) [22] und möchte uns in der –(oder durch die) Gemeinschaft der Kinder Gottes anleiten und führen. (2.Kor 3,14f → Triumphzug)[23]
2.Kor 3,17f Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit. 18 Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden <so> verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie <es> vom Herrn, dem Geist<, geschieht>.
herzliches Erbarmen σπλάγχνα [24] καὶ οἰκτιρμοί
Dieses herzliche Erbarmen ist ein tiefes, im inneren (Eingeweide) empfundenes Betroffensein.
- Als Jesus auf diese große bedürftige, heillose Volksmenge von 5000 stieß, die letztlich keinen wirklichen Hirten hatte „jammerte“ es ihn.
Mt 14,14 Und als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Kranken. (Schwachen)
Vor Jahren ging es mir ähnlich, als ich auf zwei gestrandete Menschen stieß. Die saßen da auf einer Bank, zurückgelassen von den Zirkusleuten. Sie und ihre zwei Hunde, ein Häuflein Elend.
Keiner wollte mit ihnen etwas zu tun haben. – Doch durch unser beherztes Eingreifen kamen sie wieder fest in den Sattel und lernten dabei Jesus kennen. – Zuletzt kümmerte sich ein pensionierter Dorfpfarrer und Hobbylandwirt um sie.
Phil 2,3 nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht <tut>, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst;
Phil 2,4 ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen!
nichts aus Eigennutz μηδὲν κατʼ ἐριθείαν [25]
Im Kern haben wir hier das Verb ἐρίζω streiten, zanken, Streit suchen
- Schon im Jakobusbrief (sehr früher Brief viell. 47 n.Chr.) ermahnt Jakobus die weit verstreuten jüdischen Christen.[26]
Jak 3,14.16 Wenn ihr aber bittere Eifersucht und Eigennutz ἐριθείαν, in eurem Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit! – 16 Denn wo Eifersucht und Eigennutz ἐριθεία ist, da ist Zerrüttung und jede schlechte Tat.
nichts aus eitler Ruhmsucht μηδὲ κατὰ κενοδοξίαν [27]
Zusammengesetzt ist dieses Wort aus δόξα (Herrlichkeit; Ruhm; Glanz; Ehre; Ansehen) und dem Verb
κενός (leer, inhaltlos, kraftlos, wirkungslos, eitel)
- Da geht’s eigentlich um Luft, und leere Einbildung, also um nichts wirklich Dienendes. Das Gute daran ist, dass wir schnell merken wer so ein leerer Schwätzer ist.
ταπεινοφροσύνη Demut; negativ: Scheindemut (Kol 2,18.23)
Bis auf die beiden Stellen im Kolosserbrief werden alle anderen Belege positiv gebraucht.
Anstelle des leeren Begehrens nach Anerkennung und Ruhm empfiehlt Paulus die gegenseitige Hochachtung (Wertschätzung) in einer Haltung der Bereitwilligkeit zum Dienen.
Spr 15,33 Die Furcht des HERRN ist Zucht zur Weisheit, und der Ehre geht Demut voran.
1.Ptr 5,5 Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber umkleidet euch mit Demut <im Umgang> miteinander! Denn »Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade«.
Eph 4,2 mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend!
Phil 2,4 ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen!
- In uns allen steckt noch der alten „Schweinehund“, der erst an sich und sein Wohlergehen denkt und entsprechend handelt. – Das will uns der Herr abgewöhnen und uns umerziehen in eine Haltung der Hingabe für den anderen.
- Mit dem folgenden Christushymnus in den VV 5-11 ist uns Christus als Beispiel und Aufforderung der Hingabe des Lebens für den anderen (die verlorenen Menschen) gegeben.
Phil 2,5-11 Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus <war>,
6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein.
7 Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden,
8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.
9 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist,
10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen,
11 und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
- Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist wohl das unbegreiflichste Wunder von allen Wundern, die Gott je getan hat. –
- Die Rettung der Menschen, durch das Opfer des Sohnes Gottes, hat unser Schöpfergott in seiner Weisheit und Liebe zu den Menschenkindern vor ewigen Zeiten geplant, denn wir lesen in der Heiligen Schrift:
Gal 4,4 als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter <dem> Gesetz,
-
- Ab Vers 5 erfahren wir nun wie das geschehen konnte.
Phil 2,5 Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus <war>,
- In der Gesinnung von Christus Jesus liegt der Anfang des erstaunlichen und einzigartigen Rettungsweges für die Menschheit.
- Es ist eine Gesinnung der totalen Demut und Unterstellung unter den Willen seines Vaters.
Lk 22,42 und sprach: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir weg — doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! // Mt 26,42
-
- Mit dieser Unterstellung geht ein Zurücksetzen der wesensmäßigen Bedürfnisse und Eigenheiten oder Gewohnheiten der eigenen Person einher.
Phil 2,6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein
ὃς ἐν μορφῇ θεοῦ ὑπάρχων
Er war → ὑπάρχων
Er war nicht nur in Gestalt Gottes, sondern behielt diese Gestalt. → Das müssen wir etwas genauer erklären:
- Und zwar haben wir mit dem ὑπάρχων → war ein Präsens Partizip. Es weist damit auf die Präexistenz unseres Herrn hin.
- Zugleich wird damit ausgedrückt, dass das, was von IHM gesagt wird auch wahr blieb, nachdem ER Mensch geworden war. → Das heißt: Er war auch dann noch Gott.
- Da habe ich ein schönes Zitat von Albrecht Bengel. 1687-1752
„Der Sohn Gottes existierte in dieser Gestalt Gottes von Ewigkeit her, und als ER im Fleisch kam, hörte ER nicht auf, in dieser Gestalt zu sein, sondern begann vielmehr, was die menschliche Natur betrifft, in ihr zu bestehen.“
-
- Weiter zu dem Begriff in Gestalt → ἐν μορφῇ
- Die μορφῇ ist das Wesen oder die Natur. Das ist keine abstrakte Vorstellung, sondern wie sie wirklich in Wesensgestalt vorliegt. Sie wird letztlich so lange beibehalten, wie das Individuum existiert.
- Die μορφῇ Gestalt besteht oder fußt auf der präexistenten, nicht geschaffenen Gottheit des Christus vor seiner Geburt und auf ihren Fortbestand.
und es nicht für einen Raub hielt → οὐχ ἡγήσατο
- Das Wort achten → ἡγέομαι [28] kam schon in Vers 3 vor und begegnet uns nochmals in Phil 3,7f. [29]
- Es bedeutet wörtlich (die Gedanken) führen, was dann als meinen oder halten für zum Ausdruck kommt. Es wird dann auch zum überzeugt sein.
- Interessant sind in Apg 15,22 [30] die Führer ἄνδρας ἡγουμένους ἐν τοῖς ἀδελφοῖς zu finden und ebenfalls in Hbr 13,7.17.24. τοῖς ἡγουμένοι
- Es bedeutet wörtlich (die Gedanken) führen, was dann als meinen oder halten für zum Ausdruck kommt. Es wird dann auch zum überzeugt sein.
- → Die Führer führen (lehren) in der Gemeinde die Gedanken Gottes.
und es nicht für einen Raub hielt → οὐχ ἁρπαγμὸν ἡγήσατο
- ἁρπαγμός harpagmos → was man ergreift/festhält; was man genießt/ausnutzt
- So wie ein Dieb seine Beute oder seinen Raub festhält, um davon zu leben und zu genießen … genau umgekehrt entsprechend handelte der Herr. Er war in seinen Gedanken völlig anders angeführt.
- Die hier gebotene bildhafte Rede wird zu einer geistlichen praktischen Wirklichkeit. Die Beute oder der Raub war „in Gestalt Gottes zu sein“.
- So wie ein Dieb seine Beute oder seinen Raub festhält, um davon zu leben und zu genießen … genau umgekehrt entsprechend handelte der Herr. Er war in seinen Gedanken völlig anders angeführt.
- Die Juden klagten ja den Herrn Jesus an, dass er sich selbst Gott gleich machte, da ER „Gott Seinen Vater nannte.“
Joh 5,17f Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke. 18 Darum nun suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat aufhob, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte und sich <so> selbst Gott gleich [31] machte.
- Hier haben wir einerseits die Menschengestalt des Gottessohnes und gleichzeitig die enge Gemeinschaft mit dem Vater, die Jesus schon als zwölfjähriger im Tempel (als er ausgebüxt war) bezeugte. (Lk 2,49; zu Vater → Mt 10,25; Joh 2,16; 5,43; 6,40; 14,2 u.a.)
Phil 2,7 Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, 8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.
- Das ABER am Anfang,führt uns den Gegensatz zur Gottheit Jesu (die er ja nicht wie einen Raub festhielt) vor Augen.
- Jetzt haben wir es mit der menschlichen Gestalt des Christus Jesus zu tun.(Griechischer Text Phil 2,7f)[32]
(sondern) er machte sich selbst zu nichts … ἀλλὰ ἑαυτὸν ἐκένωσεν
Wie müssen wir das verstehen?
- Das „er machte sich zu nichts“ wird mit dem griechischen Wort κενόω bezeichnet.
- Im Text steht ἐκένωσεν . → Das ist der Aorist von κενόω und bedeutet leeren, entleeren; zunichte machen, um Inhalt/Wirkung/Erfolg bringen; ἑαυτὸν κ. sich selbst entäußern, seine Vorrechte aufgeben.
Zweimal ist von Gestalt die Rede.
- Was die Gestalt angeht, wissen wir schon. Die MORPHE meint das wahre Wesen (die bleibende Natur).
- Seine Gottheit beibehaltend, (wahrer Gott) tritt er nun aber als Mensch (wahrer Mensch) [33] auf und nahm Knechtsgestalt an → μορφὴν δούλου λαβών
- Phil 2,7b der Gestalt nach wie ein Mensch befunden.
σχήματι εὑρεθεὶς ὡς ἄνθρωπος
Da haben wir für Gestalt ein anderes Wort, nämlich σχῆμα SCHEMA [34]
Eine abschließende Überlegung:
Hätte sich Christus Jesus seiner Gottheit entledigen können, dann hätte er aufgehört Gott zu sein. Doch Gott stirbt nicht!
- Wessen hat er sich dann aber entleert (sich selbst → ἑαυτὸν zu nichts gemacht)?
- Höchstwahrscheinlich weist das darauf hin, dass ER von seiner Majestät und Pracht, die er bei seinem Vater hatte (schon ehe die Welt war) nun (auf Erden als Mensch) getrennt war, doch seine Gottheit weiterhin in seiner (Knechtsgestalt) behielt. –
- Wie hätte er sonst die Wunder tun können, die IHN als Messias (Christus) auswiesen.
- Höchstwahrscheinlich weist das darauf hin, dass ER von seiner Majestät und Pracht, die er bei seinem Vater hatte (schon ehe die Welt war) nun (auf Erden als Mensch) getrennt war, doch seine Gottheit weiterhin in seiner (Knechtsgestalt) behielt. –
Joh 17,5 Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!
Phil 2,8 erniedrigte [35]er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. [36]
- Für den Sohn Gottes Christus Jesus war das der niedrigste Punkt in seiner menschlichen Existenz (Knechtsgestalt) und gleichfalls der Höhepunkt SEINER Erniedrigung.
- Doch nur als wahrer Mensch (Vers 7 → den Menschen gleich geworden) [37] konnte ER die Erlösung durch sein stellvertretendes Opfer bewirken, indem er diesen Weg bis zum Tod am Kreuz zu Ende ging. (Hbr 4,15)[38]
- Für den Juden war der am Holz hingerichtete ein Verfluchter Gottes. (Gal 3,13 // 5.Mo 21,23) [39]
- Das Kreuz wurde den Juden ein Ärgernis σκάνδαλον und den Griechen eine Torheit oder Unsinn. μωρία (1.Kor 1,23) [40]
- Der Christ hingegen rühmt sich des Kreuzes. (Gal 6,14; 1.Kor 2,2) [41]
- Doch nur als wahrer Mensch (Vers 7 → den Menschen gleich geworden) [37] konnte ER die Erlösung durch sein stellvertretendes Opfer bewirken, indem er diesen Weg bis zum Tod am Kreuz zu Ende ging. (Hbr 4,15)[38]
Die VV 9-11 zeigen das Ergebnis seiner Demut.
Phil 2,9-11 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, 11 und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Das AUCH kann hier leicht übersehen werden.
- Doch es weist zurück auf die Tatsache, dass der Herr Jesus bereit war, nicht auf das SEINIGE zu sehen. Nein, ER verzichtete an der Gleichheit Gottes festzuhalten. → Das haben wir heute intensiv betrachtet.
- Und nun wird ausgeführt was (deshalb!) Gott auch bewirkte oder tat.
- Wir stoßen hier auf ein sog. „geistliches Prinzip“
- Und nun wird ausgeführt was (deshalb!) Gott auch bewirkte oder tat.
1.Pt 5,5b.6 Alle aber umkleidet euch mit Demut <im Umgang> miteinander! Denn »Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade«. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur <rechten> Zeit,
(s.a. Lk 14,11; Lk 18,14 (Pharisäer im Tempel) Jak 4,10; Spr 29,23) [42]
Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben
Höher geht es nicht!
- Der Ausdruck hoch erhoben ὑπερύψωσεν ist grammatikalisch ein Superlativ und zeigt außerdem die einmalige, in der Vergangenheit abgeschlossene Handlung (Aorist) an.
- Nur einmal hat Gott an seinem Sohn so gehandelt. → Dieser Ausdruck kommt nur an dieser Stelle im NT vor.
Die Vorsilbe ὑπέρ → über und ὑψόω → erhöhen, groß machen
und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist [43]
- Zu dieser Erhöhung gehört auch die Namensgebung (ein Gnadengeschenk IHM verliehen ἐχαρίσατο) [44]
- Dieser Name ist mit solcher Autorität und Herrlichkeit und Majestät ausgestattet, dass alle Wesen (himmlische, irdische, unterirdische) sich vor ihm in Anerkennung und Bekenntnis beugen müssen.
- Außerdem ist dieser Name der einzige Name in dem Rettung von dem Verderben möglich geworden ist.
- Dieser Name ist mit solcher Autorität und Herrlichkeit und Majestät ausgestattet, dass alle Wesen (himmlische, irdische, unterirdische) sich vor ihm in Anerkennung und Bekenntnis beugen müssen.
Apg 4,12 Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.
damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge,
Das ist eindeutig zitiert aus Jes 45,23. [45] (vgl. Röm 14,11)[46]
- Aus dem Textzusammenhang erkennen wir gut, dass es dort nicht vorrangig um die Anbetung Gottes geht, sondern um die Anerkennung seiner Autorität und Machtfülle.
- Dieser sagt von sich: Es gibt nur EINEN, der rettet. Das ist der HERR יְהוָה֙ (Jes 45,21)
- Der Herr ist im Griechischen der κύριος.
- Dieser sagt von sich: Es gibt nur EINEN, der rettet. Das ist der HERR יְהוָה֙ (Jes 45,21)
→ Wenn wir in einer griechischen Konkordanz zur Septuaginta (griechische Übersetzung des Alten Testaments) nachschlagen, dann werden wir entdecken, dass überall dort wo im hebräischen Text יְהוָה֙ steht, mit κύριος übersetzt ist.
→ Der κύριος ist aber auch der Gesalbte. Das ist der Χριστὸς und in der Hebräischen Entsprechung der מָשִׁיחַ.
- Diese Herrschaft (während der sich alle Knie dem Messias-König beugen werden) steht noch aus und wird im kommenden 1000-jähriges Reich stattfinden und zuletzt in eine ewige Herrschaft münden. (Off 5,11-13) [47]
Der Name des Herrschers, der in Off 19 mit allen seinen Heiligen vom herabkommt heißt:
Off 19,16 Und er trägt auf seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren.
[1] Phil 2,27-30 Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus, damit ich, sei es, dass ich komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, dass ihr fest steht in einem Geist und mit einer Seele zusammen für den Glauben des Evangeliums kämpft 28 und euch in nichts von den Widersachern erschrecken lasst, was für sie ein Beweis des Verderbens ist, aber eures Heils, und das von Gott her! 29 Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, 30 da ihr denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen habt und jetzt von mir hört.
[2] ἀξίως adv. angemessen, würdig
[3] Hbr 6,19 Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker der Seele, der in das Innere des Vorhangs hineinreicht,
[4]Apg 2,44-47 Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; 45 und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. 46 Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, 47 lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten.
[5] ὁμοθυμαδόν adv. einmütig, übereinstimmend, gemeinsam
[6] Eph 4,1-6 Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, 2 mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! 3 Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens: 4 Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung! 5 Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 6 ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.
[7] πληρόω füllen, ausfüllen, vollmachen; vollenden, abschließen, beendigen; erfüllen (Versprechen, Voraussage); vollständig ausrichten (Auftrag; Röm 15,19); pass. ablaufen, zu Ende gehen;
Das Pleroma (griechisch, πλήρωμα pléroma „Fülle“) ist bei den Gnostikern das Glanz- und Lichtmeer, als Sitz der Gottheit, von wo alles Gute ausströmt.
[8] πᾶσιν τοῖς ἁγίοις ἐν Χριστῷ Ἰησοῦ τοῖς οὖσιν ἐν Φιλίπποις σὺν ἐπισκόποις καὶ διακόνοις
[9] 1.Pt 5,8 Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.
Eph 6,10f Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke!
11 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt!
[10] μετὰ πολλῆς παρακλήσεως δεόμενοι ἡμῶν → mit viel Zureden zu bitten für uns
[11] Joh 14,16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit,
[12] παράκλητος Helfer, Mittler, Fürsprecher, Tröster, Stellvertreter (Bezeichnung für den Heiligen Geist, in 1Joh 2,1 für Jesus Christus)
[13] Eph 4,1 Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid,
Röm 15,30 Ich ermahne euch aber, Brüder, durch unseren Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, mit mir zu kämpfen in den Gebeten für mich zu Gott,
Röm 12,1 Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.
2.Kor 10,1 Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmut und Milde Christi, der ich ins Gesicht zwar demütig unter euch, abwesend aber mutig gegen euch bin.
[14] ἐν τῷ αὐτῷ νοῒ καὶ ἐν τῇ αὐτῇ γνώμῃ
[15] Joh 13,34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. (S.a. 15,12.17)
[16] Rö 13,8 Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.
1.Pt 1,22 Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander anhaltend, aus reinem Herzen!
1.Joh 4,7 Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.
[17] Röm 12,10 In der Bruderliebe seid herzlich zueinander, in Ehrerbietung einer dem anderen vorangehend;
1.Thess 4,9 Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben;
Hbr 13,1 Die Bruderliebe bleibe!
1.Pt 1,22 Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander anhaltend, aus reinem Herzen!
2.Pt 1,7 in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe!
[18] κοινός gemeinsam, gemeinschaftlich; gemein, gewöhnlich, profan; unrein
κοινωνία Gemeinschaft, enge Verbindung, innige Beziehung; Anteilnahme; Gemeinsinn, Zusammenhalten; Beitrag, Gabe
κοινωνικός bereit, mit anderen zu teilen; freigebig
[19] Röm 1,6 unter denen auch ihr seid, Berufene Jesu Christi. κλητοὶ Ἰησοῦ Χριστοῦ (κλητός berufen)
[20] 1.Kor 1,9 Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.
2.Kor 8,4 und baten uns mit vielem Zureden um die Gnade und die Gemeinschaft (Beteiligung) am Dienst für die Heiligen.
[21] ἑκάστῳ δὲ δίδοται ἡ φανέρωσις τοῦ πνεύματος πρὸς τὸ συμφέρον.
συμφέρω (aor. part. συνενέγκας) zusammentragen (Apg 19,19); meistens unpers. (συμφέρει, συμφέρον): es ist besser, es ist nützlich, es ist von Vorteil; (ἐπὶ τὸ συμφέρον zu unserem Besten Hebr 12,10; οὐ συμφέρον es führt zu nichts 2Kor 12,1)
[22] Tit 2,11f Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen,
12 und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf,
[23] 2.Kor 2,14f Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart! 15 Denn wir sind ein Wohlgeruch Christi für Gott unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren gehen;
[24] Lk 1,78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit der uns der Aufgang aus der Höhe besuchen wird,
Phil 3,12 Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut!
[25] ἐριθεία Selbstsucht; Eigennutz; Streitsucht Röm 2,8; 2.Kor 12,20; Gal 5,20
[26] Ἰάκωβος θεοῦ καὶ κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ δοῦλος ταῖς δώδεκα φυλαῖς ταῖς ἐν τῇ διασπορᾷ χαίρειν.
[27] κενοδοξία Prahlerei, Ruhmsucht, Eitelkeit
κενοφωνία Geschwätz, leeres Gerede
κενόω leeren, entleeren; zunichte machen, um Inhalt/Wirkung/Erfolg bringen; ἑαυτὸν κ. sich selbst entäußern, seine Vorrechte aufgeben (Phil 2,7)
[28] ἡγέομαι meinen, glauben, halten für; achten, schätzen; führen, leiten; (ὁ. ἡ. Führer, Leiter, Befehlshaber; ὁ. ἡ. τοῦ λόγου Wortführer)
[29] Phil 3,7f Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten;
8 ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne
[30] Apg 15,22 Dann schien es den Aposteln und den Ältesten samt der ganzen Gemeinde gut, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und sie mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden: Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, führende Männer unter den Brüdern.
[31] ἴσος gleich; gleichgestellt; übereinstimmend
[32] 7 ἀλλὰ ἑαυτὸν ἐκένωσεν μορφὴν δούλου λαβών, ἐν ὁμοιώματι ἀνθρώπων γενόμενος· καὶ σχήματι εὑρεθεὶς ὡς ἄνθρωπος 8 ἐταπείνωσεν ἑαυτὸν γενόμενος ὑπήκοος μέχρι θανάτου,θανάτου δὲ σταυροῦ.
[33] Diese Aussage hat in der Kirchengeschichte in verschiedenen Konzilien manchen Streit ausgelöst. Das entscheidende Konzil war in Chalcedon (451 n. Chr.), das erstmals festlegte: Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person
[34] σχῆμα äußere Erscheinung, Gestalt, Aussehen
[35] ταπεινόω demütigen, klein machen; erniedrigen/einebnen (Berg); med. sich erniedrigen, sich demütigen, sich beugen
[36] μέχρι θανάτου, θανάτου δὲ σταυροῦ
[37] ἐν ὁμοιώματι ἀνθρώπων γενόμενος → ὁμοίωμα Gleichheit, Aussehen, Gestalt (Offb 9,7 τὰ ὁμοιώματα); Darstellung, Bild (Röm 1,23 ὁμοιώματι εἰκόνος φθαρτοῦ ἀνθρώπου)
[38] Hbr 4,15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise <wie wir> versucht worden ist, <doch> ohne Sünde.
[39] Gal 3,13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist — denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!« —,
[40] 1.Kor 1,21-23 Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten. 22 Und weil denn Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, 23 predigen wir Christus als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit;
[41] Gal 6,14 Mir aber sei es fern, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
1.Kor 2,2 Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.
[42] Lk 14,11 Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Lk 18,14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Jak 4,10 Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen.
Spr 29,23 Der Hochmut eines Menschen erniedrigt ihn; der Demütige aber erlangt Ehre.
[43] καὶ αὐτῷ τὸ ὄνομα τὸ ὑπὲρ πᾶν ὄνομα
[44] χαρίζομαι geben, schenken, Gnade erweisen; begnadigen, erlassen (Schuld; Lk 7,42f); zurückgeben, wiederschenken (Phlm 22)
[45] Jes 45,21-23 Berichtet und bringt <Beweise> herbei! Ja, sollen sie sich miteinander beraten! Wer hat dies von alters her hören lassen, schon längst es verkündet? Nicht ich, der HERR? Und sonst gibt es keinen Gott außer mir. Einen gerechten und rettenden Gott gibt es außer mir nicht! 22 Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott und keiner sonst. 23 Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge <mir> schwören
[46] Röm 14,11 Denn es steht geschrieben: »<So wahr> ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen.«
[47] Off 5,11-13 Und ich sah: Und ich hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron her und um die lebendigen Wesen und um die Ältesten; und ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende, 12 die mit lauter Stimme sprachen: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis. 13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!
